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Fischfressende Ente:
Gänsesäger frisst, was Otter, Kormoran & Reiher übriglassen

Wer nicht davon betroffen ist, kennt ihn kaum:

        ist zutraulich wie eine Ente,
        sieht aus wie eine Ente,
        ist eine Ente.

Aber eben eine hochspezialisierte Ente, die pro Tag rund 350 Gramm Fisch (lt. Benke 1974 sogar 400-500g!) frisst.
 

Noch 2001 schrieb man bei Birdlife über den Gänsesäger:
Dieser Entenvogel ist in Österreich ein eher spärlicher Brutvogel ungestörter Gewässerabschnitte. Der Bodensee ist jedoch ein überregional bedeutender Mauser- und Überwinterungsplatz für diese Art. Für eine Gefährdung durch Fischbestände
(Anm. d. Red.: Mangels vogelfressender Fische wäre es wohl seltsam, wenn die Fischbestände den Gänsesäger gefährden könnten!) liegen genauso wie beim Kormoran keinerlei Beweise vor, trotzdem ist er neben Graureiher und Kormoran in den letzten Jahren als Feindbild der Fischer zunehmend in Mode gekommen.

 

Wieder einmal sind die Fischer die Bösen. Dass der putzige Gänsesäger mit einer bevorzugten Beutegröße von etwa 10 cm (bis ca 250g) genau das rausfängt, was den anderen Fischfressern entweder zu groß (Eisvogel) oder zu klein (Kormoran) ist, bleibt unberücksichtigt. Ebenso wie die Tatsache, dass unter diese Beutegröße gerade jene Jung- und Besatzfische fallen, die z.B. die kormorangeschädigten Äschenpopulationen regenerieren sollen.
Einige Äschenprojekte in Bayern wurden bereits vom Gänsesäger zunichte gemacht, in Westösterreich nehmen die Fraßschäden von Jahr zu Jahr deutlich zu. In jedem Winter führen  die Tatsachen die Behauptungen so mancher Vogelschützer ad absurdum – auf Kosten unserer Fischbestände ...
 

 

Der Gänsesäger – doch keine Wulli-Ente ...

Größtenteils unbemerkt ist überall an unseren Gewässern dieser neuer Fischfresser aufgetaucht. Nur fällt das niemandem auf, da der Gänsesäger allgemein für eine Ente gehalten wird. Und viele werden denken: „Na wenn schon, was kann das Vogerl schon anrichten?“. Daher wollen wir dieses „Vogerl“ ein wenig vorstellen.

In Europa gibt es 3 Sägerarten, alle 3 kamen in Mitteleuropa als sporadischer Zugvogel vor. Als Höhlenbrüter nisten alle in hohlen Bäumen und Erdhöhlen. Die kleinste Art, der Zwergsäger, kreuzt sich sogar fallweise mit der Schellente, das zeigt die nahe Verwandtschaft. Auch die Säger wurden über alle Maßen geschützt und gefördert, sogar Nistkästen wurden in Mitteleuropa aufgestellt und vom Gänsesäger auch sogleich angenommen. Die Öffentlichkeit bei uns registrierte aber weder den Vogel noch die Schäden. In Bayern ist man schon weiter, dort wurden offizielle Untersuchungen durchgeführt. Offiziell wurde bestätigt, dass der Rückgang der Äsche durch Gänsesäger und Kormoran verursacht wurde. An einem 4,6 km langen Versuchsstück der Ammer wurde nach konsequenten Gänsesägervergrämungen bereits nach 2 Jahren ein 5-mal höherer Äschenbestand dokumentiert.

Was frisst dieser Vogel also? Laut Benke (1974) bis zu 500 Gramm pro Tag! Als Beute kommen aber nur kleine, etwa fingerlange Fische in Frage. Eine Jungäsche mit 10cm wiegt 12 Gramm. Also benötigt 1 Gänsesäger etwa 40 fingerlange Fische pro Tag!

Ein Brutpaar hat ein Dutzend Junge oder mehr, sie sind fruchtbar wie die Stockenten. Rechnen wir also weiter: ein Brutpaar und 12 Junge brauchen somit 560 (!) Stück kleine Fische pro Tag.

Überall an unseren Gewässern treiben sich bereits Gänsesäger herum, aber den Fischern fallen sie nicht auf, wenn sie nicht gezielt danach suchen. Die Kollegen vom VÖAFV Graz haben an der Mur an der Strecke zwischen Mellach und Lebring 150 Stück Gänsesäger gezählt und gemeldet. Das waren überwiegend bereits ausgewachsene Jungvögel. Und alle beehren uns das ganze Jahr. 150 Vögel mal 365 Tage mal 40 Jungfische pro Tag sind 2,190.000 Jungfische!!!

Nur an dieser Strecke der Mur. Wir haben diese Predatoren aber an allen unseren Gewässern.

Zusätzlich haken sie wie die Kormorane auch viel zu große Fische an, die an den Wunden später eingehen. Auch darüber gibt es Dokumentationen.

Achten Sie daher auch auf Sägervorkommen!