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Gefährdete Fischarten
Unsere Fischbestände gehen seit langer Zeit dramatisch zurück. Die diversen Ursachen werden im Kapitel Gewässerschutz erläutert.
Es dürfte allgemein bekannt sein, dass es verschiedene „rote Listen“ gibt, die seltsamerweise oft von einander abweichen. Wenn man aber die Hintergründe betrachtet, dann verwundert das nicht mehr so sehr. Erstens gibt es keine bundesweiten flächendeckenden Fischartenkartierungen, dazu wären gewaltige Geldmittel notwendig. Zweitens bringt jeder der Autoren selbstredend unbewusst seine subjektive Betrachtungsweise ein. Es beweist sich immer wieder – ins Wasser kann man nicht hineinsehen. Nehmen wir nur ein Beispiel: viele nicht allzu häufige Kleinfischarten wurden erst registriert, nachdem man gezielt nach ihnen gesucht hat.
Aber auch wenn wir keine präzisen Prozentsätze und Verteilungsmuster kennen, eines steht leider völlig außer Zweifel: die Fische werden immer weniger. Eine bestimmte Richtung im Naturschutz will dafür uns Fischern den „Schwarzen Peter“ zuschieben. Das ist absurd. Es muss an dieser Stelle klar ausgesprochen werden, ohne uns Angler würde es viele Fischarten gar nicht mehr geben.
Gemäß vorsichtigen Schätzungen gab es bei uns um 1970 noch 5% der Fischbestände verglichen mit der vorindustriellen Zeit. Und davon waren rund ¾ aller Fischarten mehr oder weniger gefährdet, siehe z.B. auch das Buch des Umweltministeriums „Fischfauna in Österreich“ von Thomas Spindler. Das Gefährdungspotential war aber von Bundesland zu Bundesland und von Gewässer zu Gewässer unterschiedlich. In den freien Fließstrecken der Donau kamen um 1970 die Nase, die Barbe oder der Nerfling noch als Massenfischarten vor.
Ab den 70er-Jahren des 20.Jahrhunderts wirkten sich bekanntlich die übersteigerten Schutzmaßnahmen beim Kormoran aus. Die Fischbestände begannen merklich unter dem Fraßdruck zu leiden.
Als erstes stellen wir die ausgestorbenen Arten vor. Danach kommen die gefährdeten Arten. Leider fallen fast alle unsere Fische darunter. Daran anschließend werden wir die wenigen Arten vorstellen, die als noch nicht gefährdet gelten, wobei selbst das nur mehr bedingt stimmt.
Als bei uns ausgestorben müssen gelten:
Die Bestände der großen Störarten Hausen, Glattdick, Waxdick und Sternhausen wurden durch intensive Bejagung der Laichfische mit Stoßharpunen in der Donau bereits im 15. Jahrhundert stark dezimiert. Infolge der DoKW’s Eisernes Tor und Gabcikovo können sie gar nicht mehr bis zu uns wandern.
Es ist fast nicht bekannt, dass in der Mur zwei Donauheringsarten beschrieben wurden, die seinerzeit zum Laichen vom Schwarzen Meer über die Donau fallweise bis in die Steirische Mur gezogen sind. Infolge der Kraftwerke ist das heute unmöglich.
Im Warmbach in Villach war die Tiberbarbe bekannt. Infolge der Regulierungsarbeiten vor einigen Jahrzehnten war diese Art verschwunden.
Im Inn wurde früher ganz selten der Lau gefunden. Seit Jahrzehnten gibt es keinen Nachweis mehr.
Stark gefährdete Arten in alphabetischer Reihe: AalImmer wieder wird kolportiert, dieser Fisch wäre im Donaugebiet nicht autochthon. Aber bereits vor Jahrhunderten waren einzelne Aale fallweise im Strom gefangen worden. Auch aus dem Neusiedlersee sind Fänge viele Jahrzehnte vor dem Erstbesatz verbürgt. Aber wie dem auch sei, weder im Donaugebiet noch in der Waldviertler Lainsitz, die zur Elbe entwässert, könnten infolge vieler Umstände heutzutage Glasaale einwandern. Höchstwahrscheinlich ist das auch im Rhein- und Bodenseegebiet bereits unmöglich. Darüber hinaus muss der Aal in ganz Europa als gefährdet betrachtet werden. Die Wasserkraftwerke fügten den zum Laichen meerwärts wandernden Blankaalbeständen schwerste Schäden zu. Aalrutte (Rutte, Trüsche, Quappe) Die immer wieder kolportierten Fänge dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bestände diese Art laufend zurückgehen. Rutten wollen weite Laichwanderungen stromauf bis in die Quellbäche durchführen. Sie haben in der Ökologie sogar eine wichtige Bedeutung. Die Millionen von Ruttenbrütlingen waren eine wichtige Nahrung für die Jungforellen. Durch die Ketten von Wasserkraftwerken sind diese Wanderungen heute unmöglich. Aalrutten werden bereits gezüchtet.
ÄscheUm diesen Fisch steht es bereits sehr schlimm. Die Laichwanderungen wurden durch die Vielzahl von Wehren verhindert. Fischaufstiege nimmt die Äsche viel schlechter an als andere Arten. Uferbegradigungen und Regulierungen schaden dem Jungfischaufkommen. Die Bestände mussten in den meisten Gewässern durch Besatz gestützt werden. Und dann kam der Kormoran. Die Äsche steht im Freiwasser und ist daher eine besonders leichte Beute für die Fischfresser. Nach dem strengen Winter 2005/2006 waren manche Voralpenflüsse praktisch fischleer. Perfiderweise wird immer wieder behauptet, dass die Regenbogenforelle die Äsche verdrängen würde, obwohl es keine stichhaltigen Beweise gibt. Bezeichnenderweise behaupten die selben Herrschaften, dass der Kormoran keine Schäden an den Äschenbeständen verursachen würde. Obwohl die Beweise erdrückend sind. Immer wieder wird behauptet, dass die Regenbogenforelle die Äsche und die Bachforelle verdrängen würde. Das ist absolut unrichtig. Denn: Diese beiden Arten leiden extrem unter den alljährlichen Kormoraneinfällen. Durch die Regenbogenforelle können diese Gewässer trotzdem weiter bewirtschaftet werden. Mit den Mitteln aus dem Lizenzverkauf werden Äsche und Bachforelle jedes Jahr neu in die geplünderten Gewässer eingebracht und so vor dem Aussterben bewahrt. Als zusätzliche Hegemaßnahme schonen die Angler bereits in vielen Gewässern die Äsche und die Bachforelle und weichen vollständig auf die die Regenbogenforelle aus. BachforelleBei diesem Fisch laufen viele Forschungen, Stichwort „Urforelle“. Züchter spezialisieren sich nun in diese Richtung. Fix ist, dass die Forelle ohne Besatz in den meisten Gewässern seit langer Zeit bereits verschwunden wäre.
BachneunaugenZwei Arten sind bei
uns beschrieben, das Bachneunauge und das Ukrainische Bachneunauge.
Beide fressen als ausgewachsene Individuen nichts mehr und kommen nur in wenigen
naturnahen Gewässern vor. Betonen muss man, dass seit den 80er-Jahren
parasitische Neunaugen aus der Raab genannt werden. Möglicherweise handelt es
sich um das räuberische Karpatenneunaugen? Die Wasserbelastung und
Verbauung verdrängt diese sensiblen Arten. BarbeDiese ehemalige Massenfischart ging infolge vieler zivilisatorischer Einflüsse stetig zurück. Krass ist das seit den Kormoraneinfällen. Im Winter versammeln sich dieBarben an strömungsberuhigten Stellen, den sogenannten Wintereinständen. Die Kormorane dezimieren diese Schwärme auf das Ärgste. Barben werden bereits gezüchtet und besetzt.
Bitterling (Banghoferl)Dieser Kleinfisch benötigt Muscheln zur Eiablage. Die Muscheln sind Filtrierer, d.h, sie pumpen täglich Hunderte Liter Wasser durch ihr Filtersystem und leben von den mikroskopischen Algen. Die Großmuscheln leiden daher sehr unter den Schadstoffen, weiters werden sie von den Bisamratten stark dezimiert. Langsam verschwinden die Muscheln, mit ihnen die Bitterlinge.
ElritzeWar früher ein ausgesprochen häufiger Fisch der Äschen- und Forellenregion. Durch die Regulierungen fielen die Schotterbänke weg, durch die Verschlammung wird der Schotterzwischenraum versiegelt. Beides ist sehr schädlich für diese Kleinfische. FrauennerflingDieser auch früher seltene Fisch war nur mehr aus wenigen Strecken der Donau und aus Leitha, Laffnitz, Sulm und Lavant beschrieben worden. Jetzt wurde er auch in der unteren Mur gefunden. Im künstlichen Marchfeldkanal ist das unglaublicherweise sogar die vierthäufigste Art. Trotzdem ist diese Fischart extrem gefährdet.
GoldsteinpeitzgerWurde erst vor relativ kurzer Zeit bei uns entdeckt. Sehr selten und nur in einigen Gewässern. Durch das nur punktuelle Vorkommen gefährdet.
HechtIn den 60er-Jahren stand dieser Fisch vor dem Verschwinden. Durch den steten Besatz hat sich die Art aber in den meisten Gewässern wieder etabliert. Faktum ist, es gibt viel zu wenig Laichmöglichkeiten. Die im Seichten lauernden Junghechte leiden sehr unter dem Raubdruck der Reiher. Ohne Besatz würde es bald wieder traurig aussehen.
HuchenVor wenigen Jahren gab es nur mehr in vier Flüssen selbsterhaltende Bestände: in der Drau, der Gail, der Mur und der Pielach. Dieser Fisch ist ein besonders anschauliches Beispiel dafür, wie die Fischerei im Zusammenspiel mit der Wissenschaft eine höchst gefährdete Art wieder verbreitet hat. Dazu waren fast unendlich viele Arbeiten und Leistungen nötig. Heute ist sogar wieder eine verantwortungsvolle Fischerei auf diesen urigen Raubfisch möglich.
Hundsfisch Lange Zeit dachte man, dieser seltene Kleinfisch käme nur mehr in ungarischen Sumpfgewässern vor. Dann wurde er gleich an zwei Stellen in NÖ gefunden. Die eine Stelle ist einigermaßen bekannt, sie liegt im Nationalpark Donauauen. Der zweiter Fundort kann im Interesse des Finders Dr. Thomas Spindler nicht bekannt gegeben werden. Der Wissenschaftler befürchtet, dass sich dort Aquarianer oder ähnliche Naturliebhaber einfinden könnten.
Giebel (Silberkarausche) War in Europa eine äußerst seltene Fischart. Seit einigen Jahrzehnten breiten sich nun wahre Riesenschwärme aus, sie stammen wahrscheinlich aus Asien. Die bei uns ursprüngliche Art dürfte davon verdrängt werden.
GründlingeVon unseren vier Gründlingsarten waren der Steingressling und der Kesslergründling (Sandgressling) immer schon sehr selten. Infolge der Zerstörung des Lebensraumes sind jetzt beide Arten sehr gefährdet.
Karausche (Goresl)Kommt nur mehr in wenigen Stillgewässern in nennenswerten Mengen vor. Gründe für den Rückgang siehe Schleie. Da sie kaum gezüchtet wird, gibt es auch keinen Besatz. Wird daher von vielen Fischereivereinen ganzjährig geschont.
KarpfenHier handelt es sich um den überall verbreiteten Zuchtkarpfen. Trotzdem ist diese Art äußerst gefährdet. Ohne permanentes Nachbesetzen würden diese Fiche sehr schnell wieder verschwinden. Die für Karpfen geeigneten Laichmöglichkeiten sind erschreckend zurückgegangen. Dazu kommt, dass auch in der gepriesenen „guten alten Zeit“ selbst Wildkarpfen nicht jedes Jahr erfolgreich ablaichen konnten. Zu viele Faktoren müssen da ideal zusammenpassen. Für Zuchtkarpfen stimmt das noch viel mehr.
Koppe Die Ausbreitung wird bereits von kleinen Schwellen verhindert. Die Bestände sind daher isoliert, alle Details siehe „Fisch des Jahres 2006 – Koppe“. Koppenbrütlinge sind eine wichtige Nahrung für Jungforellen.
Nase (Weisse)Ursprünglich war das der mit Abstand häufigste Fisch unserer Flüsse, der „Brotfisch“ der Berufsfischer. Das war auch die wichtigste Nahrung des Huchen. Die Nase ging durch vielerlei zivilisatorische Einflüsse stark zurück, aber in der freien Fließstrecke der Donau stromab von Wien hielten die Nasen in den 70er-Jahren noch immer einen Anteil von fast 50% an der Fischbiomasse. Die Universität Wien führte in Fischamend im Strom und in der Fischa Untersuchungen über das Laichverhalten durch. Es musste festgestellt werden, dass die Laichfischschwärme innerhalb eines Jahrzehntes von Tausenden auf wenige Duzende zurückgefallen waren. Obwohl es vom Vogelschutz bestritten wird, ist das eindeutig auf die Kormorane zurückzuführen. In der Wachau konnten vor Jahren nur mehr 8.000 Nasen festgestellt werden. Durch großzügige Revitalisierungsmaßnahmen erholt sich der Bestand hier langsam wieder. Erwähnt müssen auch die Besatzleistungen mit gezüchteten Nasen werden, u.a. in der Salzach.
Nerfling (Seider, Gängling) Die lokalen Bestände dieses Fische schwankten immer sehr stark, da die Schwärme unregelmäßig weite bis sehr weite Wanderungen durchführten. Die Kraftwerksketten bei uns dezimierten die Bestände, durch das Kraftwerke Gabcikovo können aus Ungarn keine Nerflinge mehr zuwandern. Die Art hielt sich in unseren beiden freien Fließstrecken der Donau, geht aber jetzt durch die Kormorane erschreckend zurück.
MairenkeEin Schwarmfisch unserer Salzkammergutseen, scheint aber auch in Kärntner Seen auf. Der versteckte Bestand in der Donau ist kaum bekannt. Durch die nur lokalen Vorkommen ist die Art latent gefährdet.
ModerlieschenDa ursprüngliche kleine Augewässer immer mehr verschwinden, geht diese Fischart überall krass zurück. Wird nur leider kaum registriert.
Perlfisch (Stachler) Kommt nur mehr in ganz wenigen Salzkammergutseen vor, die dünnen Bestände in der Donau sind zwar seit weit über hundert Jahren dokumentiert, aber praktisch nicht bekannt. Die Art ist durch das nur punktuelle Vorkommen äußerst gefährdet. Werden in der Zuchtanstalt Kreuzstein erfolgreich erbrütet.
Renken (Blaufelchen, Reinanken) Waren wichtige Fische der Berufsfischer in den Voralpen- und Alpenseen, Bestände gehen stark zurück. Die Ursachen sind vielfältig, in Verdacht stehen auch die hormonähnlichen Stoffe im Abwasser. Renken werden nun gezüchtet und besetzt.
Rotfeder In intakten krautreichen abgeschlossenen Gewässern regional noch häufig. Geht aber sonst überall stark zurück.
Rußnase (Blaunase) Wurde häufig noch als Universalist angesehen, weil sie sich angeblich auch in Stauräumen fortpflanzen kann. Tatsache ist aber, die Bestände gehen überall merklich zurück, auch in den Voralpenseen.
Schied (Rapfen) Früher ein Massenfisch, kommt heute nur mehr in wenigen Wasserkörpern vor. Schätzt das Wechseln von Strömung zum Stillwasser und umgekehrt. Solche Verbindungen sind größtenteils zerstört. Wird bereits besetzt.
SchlammpeitzgerVöllig gleich wie bei Moderlieschen. Wahrscheinlich akut bedroht.
SchleieUrsprüngliche Bestände gehen stark zurück, da die Augewässer vernichtet wurden und immer noch werden. Bestand nur durch Besatz seitens der Fischerei gesichert. Siehe auch „Fisch des Jahres 2007 – Schleie“.
SchrätzerKommt zwar auch in den Stauräumen zurecht, geht aber überall zurück.
Schmerle (Bartgrundel) Wird in der Literatur allgemein noch als häufiger Fisch geführt. Die Schmerle war früher in raubfischarmen Niederungsbächen der Hauptfisch. Gerade solche Wasserkörper haben durch die Landwirtschaft sehr gelitten. Viele solcher Bäche sind heute fischleer.
SchneiderBestände gingen krass zurück. Größere Vorkommen noch in der Steiermark und in Kärnten sowie bis zum großen Fischsterben 1999 in der Leitha. Nur mehr lokal vorkommende Arten sind sehr gefährdet.
SeeforelleWar nie ein Massenfisch. Bestände der Voralpen- und Alpenseen gehen so wie die Bestände der Renken und Saiblinge zurück. Es gibt genetische Forschungen, Seeforellen werden gezüchtet und besetzt.
Seesaibling Es gibt verschiedene Formen, in jedem See hatten sich eigene Spielarten entwickelt. Für diesen Fisch gilt genau das selbe wie für die Renken und die Seeforelle(n). Saiblinge leiden noch viel mehr unter zivilisatorischen Einflüssen. Bestände im Mondsee brachen z.B. durch den Autobahnbau zusammen. Werden gezüchtet und besetzt.
Semling (Hundsbarbe)War bei uns immer selten. Wurde jetzt wieder in der Donau und in der Steiermark registriert. Dieser Fisch ist infolge seiner Seltenheit extrem gefährdet.
Sichling (Ziege) Schwarmfisch des Neusiedlersees. In den Fließgewässern des östlichen Bundesgebietes immer seltener.
Steinpeitzger (Dorngrundel) Ein Fisch reiner Bäche und Flüsse, hält sich vor allem im Sediment auf. Die Art geht durch die Stauhaltungen und Verschmutzungen stark zurück.
StreberDiese seltene Barschart ist an bestimmte engbegrenzte Strömungsverhältnisse gebunden. Diese Habitate gehen durch die Staue mehr und mehr verloren. Im Strom wird diese Art im Jugendstadium durch die Kessler-Grundel (Meergrundel) bedroht.
Strömer (Strömling) War früher ein Schwarmfisch der Äschenregion. Reagiert auf Wasserbelastungen und Regulierungen besonders empfindlich. Nur mehr in wenigen Gewässern vorhanden. Östlichster Bestand in der Donau war in der Stauwurzel des DoWK Greifenstein, auch dort verschwunden. Es ist zweifelhaft, ob Nachzucht Sinn hätte. Strömer stehen ähnlich wie Äschen im Freiwasser, sind dort die erste Beute der Kormorane.
WelsDieser große Raubfisch war vor Jahrzehnten nur noch in intakten abgeschlossenen Wasserkörpern wie Seen oder großen Teichen vorhanden. Durch steten Besatz heute auch wieder in den großen Flusssystemen, vor allem in der Donau. Das darf nicht darüber hinweg täuschen, dass diese Art sehr schnell wieder verschwinden könnte.
WildkarpfenVor Jahrzehnten war dieser Fisch fast verschwunden. Durch gezielte Maßnahmen kommen jetzt überall wieder Wildkarpfen vor. Die Laichmöglichkeiten haben stark abgenommen, ohne Besatz könnten die Bestände nicht gehalten werden. Es wird immer wieder behauptet, dass der Besatz mit Zuchtkarpfen den Wildkarpfen schaden würde. Dr. Harsanyi hat aber bereits vor Jahren aufgezeigt, dass die beiden Arten ein völlig anderes Laichverhalten etc. haben. Eine allfällige Vermischung ist nicht das Problem. Selbst in der sogenannten „guten alten Zeit“ passten die für die erfolgreiche Reproduktion notwendigen Faktoren nur alle paar Jahre zusammen, wie idealer Wasserstand entsprechend lange konstant, Wassertemperatur konstant, Cyclops hatten Rädertierchen noch nicht dezimiert, und vieles mehr. Die Faktoren sind sehr viel schlechter geworden. Das natürliche Laichaufkommen ist extrem gefährdet.
WolgazanderEs wurde immer wieder beschrieben, käme fast nur im Nationalpark Donauauen vor. Tatsächliches Ausbreitungsgebiet in der Donau aber zumindest bis Linz. Gefährdungsstatus nicht völlig klar, da man de facto viel zu wenig weiß. Eines ist sicher: lokal begrenzte Arten sind gefährdet. Zander (Schill) Wird häufig als nicht gefährdet bezeichnet. Genau das Gegenteil ist der Fall. Diese Art breitet sich nur durch die Hegemaßnahmen der Fischer aus. In immer mehr Gewässern werden Zandermatten ausgelegt, Besatz erfolgt in allen geeigneten Gewässern. Im eisfreien Winter 2006/2007 fielen in den Ausständen große Mengen den Kormoranen zum Opfer.
ZingelSituation angespannt, Gefährdung in etwa zwischen Schrätzer und Streber.
Zobel (Scheibpleinzen)Dieser Fisch bevorzugt schwache Strömung und ist bereits aus vielen Flüssen verschwunden. Kommt in Stauräumen relativ gut zurecht, daher wird sein Rückgang nicht wirklich registriert. Leidet in Stauräumen und Wintereinständen durch den Kormoran.
Zope (Spitzpleizen) Muss zwischen Stillwasser und Strömung wechseln können und laicht in der Strömung ab, was für eine Brachsenart sehr ungewöhnlich ist. Da vernetzte Altarme zu einem großen Teil vernichtet wurden, geht dieser Fisch stark zurück.
(Noch) nicht gefährdete Arten
Aitel Kann sich in den Stauräumen behaupten, Bestände nahmen dort daher einige Zeit zu. Im Nationalpark Donauauen muss in den letzten Jahren leider ein Rückgang festgestellt werden. Dürfte auf den Kormoran zurückzuführen sein.
DonaukaulbarschEin Endemit der Donau. Sieht wie ein „Schillschratz“ mit Barschstreifen aus. Wurde vor Jahrzehnten als seltener Fisch der starken Strömung beschrieben. Dann stellte man fest, dass diese Art keineswegs selten ist, kommt auch in Stillgewässern vor. Da die Kormorane die Donaufische bereits stark dezimiert hatten, sind seit Mitte der 90er-Jahre Donaukaulbarsche ein wichtiger Nahrungsbestandteil dieses Fischfressers. Derzeitiger Gefährdungsstatus nicht wirklich bekannt.
Barsch (Flussbarsch)Früher gab es in allen Gewässern riesige Schwärme. Bestände sind aber in den letzten Jahren vielerorts zurück gegangen.
BrachseBestände nehmen überall merklich ab. War früher vor allem in den Ausständen eine Massenart.
Güster (Pleinze) Wurde früher zahlreicher als die Brachse angesehen. Bestände sind rückläufig. Kaulbarsch (Schillschratz)Trat bei uns nie in so großen Mengen wie der Flussbarsch auf. Bestände sind kleiner geworden. LaubeNoch immer häufige Art. Die aus früheren Zeiten bekannten Riesenschwärme gibt es aber nirgends mehr. Suchen Winterlager auf, werden dort vom Kormoran dezimiert.
RotaugeHäufiger Fisch, vor allem in Stillgewässern. Trotzdem sind die Schwärme nicht mehr so groß wie vor noch wenigen Jahren.
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