|
|
Öffentlichkeitsarbeit - warum und wie?
Ein großes Problem für die österreichische Angelfischerei ist ihr Ansehen in der Öffentlichkeit. Was der Jagd mit viel Mühe bereits großteils gelungen ist – nämlich ihr Image vom „Bambikiller“ zum „Heger & Pfleger“ zu wandeln – bedeutet für die Angelfischerei noch ein gutes Stück Arbeit. Erschwert wird diese Arbeit dadurch, dass Fische nun einmal keine süßen Streicheltiere sind und daher bei Otto Normalverbraucher nur geringes oder gar kein Interesse finden. Und – leider – sieht man einem Gewässer beim sonntäglichen Spaziergang oberflächlich kaum an, ob und wie stark es als Lebensraum bereits geschädigt ist. Also steht man auch jenen, die sich um die Gewässer und ihre Bewohner kümmern, relativ gleichgültig gegenüber. Kommt dann noch die werbewirksame – weil auf die Emotionen abzielende – Argumentation einseitig orientierter „Tierschützer“ hinzu, schlägt die Gleichgültigkeit leicht in Ablehnung um. Das macht sich im Alltag sicher nicht so bemerkbar, wird aber leider immer wieder spürbar, wenn es um Entscheidungen geht, wo das Wohl der Gewässer (und seiner Bewohner) gegen andere Interessen abgewogen wird: Da ist dann plötzlich von den „Fischmördern“ die Rede, die alles und jedes ausrotten wollen, was die Befriedigung ihrer „Mordlust“ beeinträchtigen könnte. Bestes Beispiel: die Konfliktsituation um Kormoran, Otter & co. Hier wird den Fischern – noch bevor man sich ihre Argumente anhört – ausschließlich „Futterneid“ und daraus resultierende „Hassgefühle“ unterstellt, was durch permanentes Wiederholen dann letztlich auch die öffentliche Meinung färbt.
Diesem Teufelskreis kann die Fischerei nur durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit entgegenwirken. Auch wenn es nie gelingen wird, für Fische die Attribute „herzig“ und „lieb“ zu etablieren, ist es doch ein anstrebenswertes Ziel, zumindest gegen die öffentliche Gleichgültigkeit (oft auch bedingt durch Unwissenheit) anzukämpfen. Diese Aufgabe ist ungleich schwieriger als ehedem bei der Jagd, weil das Bild des rauschebärtigen, im-tiefsten-Winter-bambifütternden Oberförsters fehlt. Die einzige Möglichkeit der Fischerei, auf der emotionellen Ebene zu agieren, besteht im allgemeinen Umweltschutzgedanken, der mittlerweile in Österreichs Bevölkerung doch einigermaßen verankert ist. Und vielleicht auch noch in dem Wunsch, hin und wieder (Ärzte empfehlen sogar regelmäßig) eine Fischmahlzeit zu genießen. Im übrigen kann sich die Fischerei fast ausschließlich auf sachliche Argumentation stützen, und die „unters Volk“ zu bringen, ist eine Sisyphusarbeit. Natürlich kann und soll jeder einzelne Fischer durch sein Auftreten an der öffentlichen Meinungsbildung mitarbeiten, doch um ein generelles Umdenken zu bewirken, bedarf es mehr.
Deshalb hat es sich das ÖKF als bundesweit und international tätige Dachorganisation zur vordringlichen Aufgabe gemacht, das Ansehen der Angelfischerei in der Öffentlichkeit positiv zu beeinflussen – also Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben.
Das geschieht einerseits durch die zahlreichen Publikationen des ÖKF:
andererseits durch guten Kontakt zu österreichischen Opinionleadern und deren regelmäßige Betreuung. Wie die Gründung der Partnerschaft FISH’N’FRIENDS beweist, ist die Strategie „Freunde durch Information“ durchaus erfolgversprechend.
Es wird nicht von heute auf morgen gehen – aber wir arbeiten daran, für die Landeskultur Angelfischerei Sympathien zu schaffen.
|